Beim FC Italia Menden endet eine Ära – und gleichzeitig soll eine neue beginnen: Nach 28 Jahren an der Spitze des Clubs übergibt Giuseppe Centorrino das Präsidentenamt an Angelo Tomasello. „Er ist der Wunschkandidat“, sagt Centorrino über seinen jungen Nachfolger.

Angelo Tomasello (2. v.r.) wird neuer Präsident und Nachfolger von Giuseppe Centorrino (l.), der künftig als Kassierer fungiert. Auch Roberto Rapisarda (r.) soll als Geschäftsführer frischen Wind bringen, Marcello Tomasello bleibt Vize-Präsident.

Mit gerade einmal 23 Jahren avanciert Tomasello zu einem der jüngsten Vorsitzenden im Fußballkreis Iserlohn, dem Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen, dem Westdeutschen Fußballverband und auch dem Deutschen Fußball Bund. „Es ist eine große Ehre für mich“, sagt der Neuling zu seinem Comeback, das ihn direkt an die Top-Entscheidungsposition des Vereins führt: „Wenn Italia ruft, kann ich nicht Nein sagen.“ Der Wunschkandidat des langjährigen FCI-Präsidenten Centorrino kehrt nach zwei Jahren als Funktionär in Diensten der DJK Bösperde wieder zu seinem Stammverein zurück.

Mit der Übernahme des Spitzenamtes schließt sich ein Kreis, der vor neun Jahren seinen Ursprung hat: Tomasello, damals erst 14 Jahre alt, wird von Centorrino bei der Wiederaufnahme des Spielbetriebes im Jahre 2010 intensiv in die Organisation eingebunden. „Ich war Mädchen für alles“, erinnert sich Tomasello, sein Förderer Centorrino an einen „engagierten und zuverlässigen Helfer“. Beide gestalteten den Club und erlebten hautnah den Aufschwung: Aufstieg in die B-Liga 2011, bester C-Ligist beim RWE-Wintercup 2011, Meisterschaft in der B-Liga 2013, Vize-Stadtmeister im Hallenfußball 2013 – all dies sind wichtige Eckdaten der jüngeren Vereinsgeschichte, die Präsident Centorrino und Tomasello als Edelassistent durch geschickte Trainer- und Spielerauswahl beeinflussten.

Die sich anschließende schwierige Phase des Umbruchs hat der Club bewältigt: Nach dem zwischenzeitlichen Abrutschen in die C-Liga spielt Italia wieder in der B-Liga, ist dort aktuell allerdings auf dem drittletzten Tabellenkampf noch nicht aller Abstiegssorgen ledig. Mit dem neuen jungen Mann an der Spitze will der Verein nun ein „Signal setzen“, wie Centorrino sagt. Es ist enorm, was er 28 Jahre lang für den FC Italia geleistet hat und auch noch weiter leistet: Denn Centorrino wird Tomasello mit Rat und Tat zur Seite stehen: „Etwas frischer Wind ist gut für unseren Verein“, sagt Centorrino und verweist auf die weitere Verjüngungskur im Vorstand. Roberto Rapisarda, 25-jähriger „Capitano“ der Mannschaft, greift künftig neben dem sportlichen auch in das organisatorische Geschehen ein. Rapisarda ist der treueste Akteur im Italia-Trikot und hat sich auch außerhalb des Sportplatzes um den Verein verdient gemacht. „Ich bin überzeugt, dass er der Richtige ist“, sagt Centorrino. Rapisarda soll als Bindeglied zwischen Team und Vorstand für einen noch besseren Austausch zwischen beiden Bereichen sorgen. „Wichtig ist, dass wir den Klassenerhalt schaffen. Dafür muss die Mannschaft noch mehr zusammenhalten“, sagt Rapisarda, der für die nun entscheidende Phase im Kampf gegen den Abstieg eine bessere Trainingsbeteiligung erwartet.

Wie wichtig der Klassenerhalt für die Planungen des Clubs ist, verdeutlicht Tomasello: „Wenn wir weiter in der B-Liga spielen, können wir neue Spieler holen, die im Falle eines Abstiegs kein Thema wären.“ Der neue Präsident will in die Stapfen seines Vorgängers treten, den Spaß am Verein und den Spaß am Fußball vermitteln. Die Trainingsjacke des neuen Vorsitzenden ziert für den Fototermin zur Amtsübernahme die Zahl 28 – eine Zahl, die Verpflichtung ist: Denn 28 Jahre lang hat Centorrino als „Presidente“ fungiert und durch sein beispielhaftes Engagement für den FC Italia Menden Zeichen in Sport, Kultur und Integration gesetzt.

Ob Tomasello eine ebenso lange Amtszeit anstrebt? „Mal abwarten, aber motiviert genug bin ich. Der Club ist mir ans Herz gewachsen“, sagt der 23-Jährige, der mit seinem Vater Marcello Tomasello als amtierenden Vize-Präsidenten, Giuseppe Centorrino als neuem Kassierer und Roberto Rapisarda als Geschäftsführer ein starkes Team stellt. Die Weichen für die Zukunft sind beim FC Italia mit einer guten Mischung aus Erfahrung und jungem Pioniergeist gestellt. „Irgendwann wollen wir auch wieder in der A-Liga sein“, sagt der neue Vorsitzende Tomasello.

 

 

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